Walat Simo

Heilpraktiker • Diplom Osteopath D.O.T.™/D.O.T.P.™ (DGOM) • Physiotherapeut • Präsident der DAGOT (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Osteopathische Therapie)

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Kindheit/ Jugend

Ich wurde 1969 in einer Gemeinde nördlich von Aleppo (Omar Simo) geboren. 1978 siedelte ich mit meiner Mutter und meinen zehn Geschwistern nach Deutschland über, wo mein Vater bereits einige Jahre gearbeitet hatte. Mit 10 Jahren kam ich zum Karatesport, mit 14 wurde ich als Deutscher Jugendmeister in die deutsche Nationalmannschaft der Jugend und Junioren berufen, später folgten nationale und internationale Erfolge im Rahmen des A-Kaders. Parallel fesselte mich der Fußball, wo ich jahrelang nicht nur als Spieler, sondern – ebenso wie im Karatesport – auch als Kinder- und Jugendtrainer aktiv war. Aufgrund einer Sportverletzung kam ich zum ersten Mal mit der Physiotherapie in Berührung und merkte, wie förderlich sich die Behandlungen auswirkten. Das bewog mich dazu, entsprechend beruflich tätig werden zu wollen und nach meinem Fachabitur die Ausbildung an der Physiotherapieschule Bochum aufzunehmen.

Berufliche Laufbahn

An der Physiotherapieschule Bochum lernte ich das Berufsfeld zwei Jahre lang in Theorie und Praxis kennen. Nach einem sogenannten Anerkennungsjahr in einer Klinik hatte ich 1994 den Abschluss zum Krankengymnasten – heute spricht man vom Physiotherapeuten – in der Tasche. Anschließend arbeitete ich ein Jahr lang in einer physiotherapeutischen Praxis in Bad Godesberg, die ich dann 1998 von meiner ehemaligen Chefin übernahm. Zuvor hatte ich weitere Erfahrungen in der Orthopädie einer Bonner Reha-Klinik gesammelt.

Nach und nach erwarb ich auf meinem Berufsfeld zahlreiche Zusatzqualifikationen – unter anderem auf den Gebieten der PNF-, Vojta-, und Bobath-Therapie, der Elektro-Therapie, der Krankengymnastik an Geräten sowie der Medizinischen Trainingstherapie. Außerdem absolvierte ich die Ausbildung zum Rückenschullehrer. Schwerpunkt meiner Tätigkeit war die Manuelle Therapie. Während vieler Behandlungen wurde mir zunehmend bewusst, mit dieser Methode an Grenzen zu stoßen, weil ich den Eindruck gewann, dass das Gewebe der Patienten mehr verlange. Als mir klar wurde, dass die Osteopathie hier eine Fülle von Möglichkeiten anbietet, schrieb ich mich 2000 bei Deutschen Gesellschaft für osteopathische Medizin (DGOM) ein. Diese war 1996 von Ärzten gegründet worden, um eine wissenschaftliche ärztliche Osteopathie in Deutschland zu etablieren. Wenig später öffnete die DGOM ihre Kurse für Physiotherapeuten, da sich eine gemeinsame Fortbildung und Vernetzung bereits in der Manuellen Medizin bewährt hatte.

Der Lehrplan schloss sich eng an die amerikanische postgraduierte Osteopathie-Ausbildung an. Teilweise kamen die oft hochkarätigen Dozenten nach Europa, einen Teil der berufsbegleitenden Blockseminare und Wochenendkurse absolvierte ich in Amerika. Als ich 2004 das Osteopathie-Diplom (D.O.T.™) und im Jahr 2007 das Diplom Osteopathischen Therapie Pädiatrie (D.O.T.P.™) erworben hatte, lag eine herausfordernde, aber auch ungemein lehrreiche Ausbildung hinter mir, die mich immer wieder neu für die Osteopathie begeisterte.

Zum Heilpraktiker mit Schwerpunkt Osteopathie für Erwachsene, Kinder und Säuglinge qualifizierte ich mich, weil dieser Abschluss seit 2015 für Physiotherapeuten ebenso wie für Ärzte, die osteopathisch arbeiten, Voraussetzung für eine gesetzliche Anerkennung ist.

Gründung Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Osteopathische Therapie

2010 gründete ich gemeinsam mit Kollegen die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Osteopathische Therapie (DAGOT). Deren wesentliches Ziel ist zum einen die Stärkung des Osteopathischen Therapeuten. Zum anderen geht es um die gemeinsame Weiterbildung von Ärzten und Physiotherapeuten sowie um die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten. Seit 2019 bin ich Präsident der DAGOT, die inzwischen ca. 400 Mitglieder hat. In Info-Veranstaltungen bringe ich Kollegen, niedergelassene und Klinikärzte, Hebammen, Logopäden, Ergotherapeuten und Psychologen an einen Tisch. Unsere Qualitätszirkel dienen dazu, echte Patientenfälle unter den unterschiedlichen Blickwinkeln der Beteiligten heraus zu betrachten, um gemeinsam auf erweiterte Sichtweisen und Lösungen zu kommen.

Nach meiner Überzeugung ist die Osteopathische Therapie, wenngleich kein Allheilmittel, so doch eine wertvolle Ergänzung und Unterstützung der Schulmedizin. Als Bestandteil einer integrierten Patientenversorgung kann sie in vielen Fällen förderlich sein. Deshalb ist meine Leidenschaft für meinen Beruf ungebrochen. Diese beruht aber nicht zuletzt darauf, dass mich die Einschränkungen, Bedürfnisse und Wünsche meiner Patienten täglich neu herausfordern und motivieren – ob es sich nun um Erwachsene, Kinder oder Säuglinge handelt.